Wie Sie den Kontakt mit lästig gewordenen alten Freunden am Schnellsten abbrechen

Katze und Hund
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Es soll tatsächlich Menschen geben, die der Ansicht sind, man müsse den Kontakt zu langjährigen Freunden auch dann aufrechterhalten, wenn diese im Laufe der Zeit ein anderes Weltbild, Interessen oder Vorlieben entwickelt haben.
Vertreter dieser Mindermeinung argumentieren, dass Freundschaften mehr umfassen könnten als einzelne politische, gesellschaftliche oder weltanschauliche Standpunkte – und empfehlen, Gespräche gegebenenfalls auf unverfängliche Themen zu beschränken und an die Gemeinsamkeiten zu appellieren.
Für alle anderen – also für Menschen, die Klarheit, Effizienz, Selbstoptimierung und emotionale Hygiene schätzen – gibt es hier die besten Methoden zusammengestellt, um alte Bekanntschaften zügig, konsequent und ohne unnötige Umwege zu beenden.

Schließlich hat man im Leben wichtigeres zu tun als sich mit Leuten zu umgeben, die einen schon viel zu gut kennen. Es gibt bestimmt noch 1.000 Fernsehserien, die Sie noch nicht gesehen haben, Youtube-Ratgeber zur sinnvollen Lebensgestaltung oder Millionen süßer Katzenvideos.

Hier die 10 einfachsten Wege, selbst hartnäckigste alte Bekanntschaften im Handumdrehen loszuwerden:

  1. Plötzliche ethische Neuausrichtung.
    Erklären Sie ruhig und sachlich, dass Ihr neu entwickeltes ethisches Fundament den Kontakt leider nicht mehr zulässt. Seien Sie dabei vollkommen selbstsicher und überzeugt, dass ihr Gegenüber diesen Maßstäben niemals gerecht werden kann und finden Sie Gründe dafür – z.B. mangelnder Sinn für Umweltschutz, zu lasche Mülltrennung, kein Veganer, keine oder zu geringe Spenden an Hilfsorganisationen, noch nie Aufkleber gegen Pelzträger geklebt, noch nie irgendwo für den Klimawandel festgeklebt, noch keine Partei mit ethischem Fundament gegründet, noch nie versucht den politischen Gegner zu infiltrieren und aufzuklären, zu hoher Stromverbrauch, usw.
    Ethik ist nicht verhandelbar. Berufen Sie sich ab sofort ihr Leben lang darauf, dann bleiben Sie immer auf dem richtigen Kurs. Abweichungen gelten als Charakterfehler.
  2. Hobby im psychischen Grenzgebiet.
    Sagen Sie einfach „Ich bin übrigens so etwas wie ein Pyromane geworden und experimentiere gern mit Chemikalien. Ich bin noch nicht ganz so erfahren – aber soll ich Dir mal zeigen, was ich gebastelt habe – ich kann es gleich hier anzünden? Du bist doch versichert, oder?“.
    Nach ein paar solcher Angebote wird man den Kontakt zu Ihnen schnell beenden wollen.
  3. Gesundheitliche Selbstdiagnosen.
    Sagen Sie, dass Sie eine riesige Angst vor Viren und Keimen entwickelt haben und mittlerweile wie Michael Jackson hinter einer selbstgebastelten Schleuse leben und auf Kontakte zu anderen Personen lieber verzichten. Man lebt schließlich nur einmal.
  4. Verweisen Sie einfach auf die Meinung Dritter.
    Ihre Mutter, Partner, Therapeut oder diffuse „Menschen, denen Sie vertrauen“ haben Ihnen geraten, den Kontakt zu überdenken, da dieser einen schlechten Einfluss auf Sie hat.
  5. Äußern Sie vage Sorgen um Ihre persönliche Gefühlswelt.
    Begriffe wie Grenzüberschreitung, unangenehmes Gefühl oder komische Vibes reichen vollkommen aus. Ein konkreter Vorfall ist nicht notwendig – schließlich dreht sich heutzutage alles um Gefühle. Empfehlen Sie Ihrem Bekannten gleich noch einen Yoga-Kurs dazu, eine Reise zu einem bekannten Street-Yogi in Indien oder eine Mitlgiedschaft bei einem buddhistischen Tempel – damit es langfristig wieder bessere Schwingungen gibt.
  6. Zeitmangel als Dauerzustand.
    Betonen Sie, dass Ihr Leben aktuell extrem voll ist.
    Dieser Zustand darf sich über Jahrzehnte erstrecken.
    Sollte Ihr Gegenüber Sie dennoch irgendwo sehen, gilt dies immer als Arbeitszeit – selbst im Kino oder in der Disco. Sagen Sie einfach, sie recherchieren für einen neuen Beitrag eines Scene-Magazines oder dass sie als „Escort“ arbeiten.
  7. Soziales Umfeld problematisieren.
    Kritisieren Sie nicht die Person selbst, sondern ihr Umfeld. Partner, Freunde oder Bekannte eignen sich hervorragend.
    Ziehen sie einfach gnadenlos über diese her – auch mit frei erfundenen Vorwürfen. Da sich Menschen selten von ihrem Umfeld trennen, erledigt sich der Kontakt von selbst.
  8. Selbstoptimierung als Begründung.
    Erklären Sie, dass Sie sich momentan auf sich selbst konzentrieren müssen. Begriffe wie Wachstum, Prozess, Loslassen oder neue Phase sind hilfreich.
    Kontaktabbruch wird so zu persönlicher Entwicklung umdeklariert.
  9. Reduzieren Sie die gesamte Person auf ein einziges Thema.
    Ignorieren Sie konsequent alle gemeinsamen Jahre, Erlebnisse, Insiderwitze und geteilten Erfahrungen.
    Behandeln Sie die Person ausschließlich als Träger eines bestimmten Weltbildes. Menschen sind austauschbar, Positionen nicht.
  10. Führen Sie jedes Gespräch zuverlässig zu kontroversen Themen zurück.
    Egal ob Wetter, Krankheit, Haustier oder Geburtstag – lenken Sie das Gespräch frühzeitig auf genau das Thema, das Sie am meisten aufregt. Sollte Ihr Gegenüber ausweichen wollen, werten Sie dies als Beweis für argumentative Schwäche, Ignoranz oder Heuchlerei.

Beenden Sie den Kontakt demonstrativ, aber folgenlos. Verabschieden Sie sich mit einem langen Text, der keine Antwort zulässt. Blockieren Sie anschließend alle Kommunikationswege.
Sollte sich später ein Gefühl von Leere einstellen, interpretieren Sie es als Zeichen persönlicher Reife und Haltung.

Der vollständige Kontaktabbruch bietet den Vorteil, dass sich eigene Positionen anschließend nicht mehr erklären, relativieren oder hinterfragen lassen.
Etwaige Nebenwirkungen wie Verengung des Weltbildes oder zunehmende Gewissheit, immer im Recht zu sein, gelten nach aktueller Erkenntnislage als systembedingt, sind modern und sozial akzeptiert – zumindest unter Gleichgesinnten.

Viel Erfolg!

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