New York wird als erste Metropole weltweit den motorisierten Individualverkehr vollständig abschaffen. Ab dem kommenden Quartal sind im gesamten Stadtgebiet ausschließlich stoßgedämpfte Autoscooter zugelassen. Die Entscheidung sei das Ergebnis mehrjähriger Studien zu Verkehrsverhalten, Konfliktdichte und urbaner Frustrationstoleranz, teilte das Department of Transportation am Dienstag mit.
Verkehr als ehrliche Begegnungsform
Laut offizieller Begründung habe sich gezeigt, dass ein Großteil der bisherigen Verkehrsregeln auf Annahmen beruhe, die im realen Straßenalltag nicht eingehalten würden. Blinker entfallen daher vollständig. Hupen bleiben erlaubt, wobei ausdrücklich auch akustische Signalhörner aus dem Freizeit- und Sportbereich – darunter sogenannte Fußballtröten – zugelassen sind. Eine Verpflichtung besteht nicht.
Die Fahrzeuge werden farblich nach Bezirken codiert. Eine funktionale Bedeutung habe dies nicht, erklärte ein Sprecher, man verspreche sich davon jedoch „eine erhöhte Identifikation mit dem jeweils eigenen Bewegungsraum“.
Sonderfahrzeuge mit theoretischer Vorfahrt
Polizei-, Feuerwehr- und Krankenwagen-Autoscooter behalten formal ihre Sonderrechte. In der Praxis werde sich dies, so die Stadt, „situationsabhängig entwickeln“. Man setze auf freiwillige Rücksichtnahme, sobald Einsatzfahrzeuge wahrgenommen würden.
Fußgänger bleiben vorgesehen
Bürgersteige bleiben unverändert bestehen und sind weiterhin dem Fußgängerverkehr vorbehalten. Das Überqueren der Fahrbahnen könnte sich allerdings als herausfordernd erweisen, da sämtliche Ampelanlagen im Zuge der Reform abgeschaltet werden. Aktuell prüft die Stadt den Bau behelfsmäßiger Fußgängerbrücken, um eine sichere Querung besonders frequentierter Straßen zu ermöglichen. Eine dauerhafte Lösung sei „denkbar, aber nicht prioritär“
Hohe Zustimmung in der Bevölkerung
Nach städtischen Umfragen begrüßt eine deutliche Mehrheit der Einwohner die Maßnahme. Besonders hervorgehoben wird die neue Transparenz im Straßenverkehr. Aggressives Verhalten werde nicht mehr kaschiert, sondern offen ausgelebt. Erste Händler berichten von einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Autoscootern und Ersatzstoßfängern.
Erste Evaluationen fallen nüchtern aus
Interne Auswertungen zeigen, dass die Zahl der Zusammenstöße nicht gesunken ist. Die Stadt bewertet dies dennoch positiv. Konflikte würden nun schneller geklärt, Schuldfragen hätten an Bedeutung verloren. Ein Beamter fasste es so zusammen:
„Der Verkehr ist nicht besser geworden. Aber er ist ehrlicher.“
Verkehr und Charakter
Der Bürgermeister betonte, der Verkehr sei nun endlich dem Charakter der Stadt und ihrer Bewohner angepasst worden. Sein eigener Dienst-Autoscooter wird selbstverständlich mit einen Hochleistungs-Elektromotor, einem Bullenfänger sowie einem besonders verstärkten, umlaufenden Gummi-Aufprallschutz ausgestattet, um einen möglichst reibungslosen Amtsverkehr zu gewährleisten. Man gehe davon aus, dass sich das Fahrzeug damit „nahezu widerstandslos“ durch den Stadtverkehr gleiten werde, wie durch heiße Butter.
Die Stadt spricht von einem kulturellen Durchbruch und schließt nicht aus, das Modell künftig auch auf andere Lebensbereiche zu übertragen.


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