Die USA vereinfachen ihr Wahlsystem: Künftig nur noch eine Partei zur Auswahl

US Capitol
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Die Vereinigten Staaten werden ihr Wahlsystem zur kommenden Wahlsaison deutlich vereinfachen. Das bisherige Modell mit zwei Parteien, den Demokraten und Republikanern, gilt nach aktuellen Umfragen sowie mehreren von Lobbygruppen finanzierten Forschungsprojekten inzwischen als zu komplex, zu zeitaufwendig und für große Teile der Bevölkerung nur noch schwer praktikabel.

Wie aus mehreren Stellungnahmen hervorgeht, sahen sich viele Amerikaner in den vergangenen Wahljahren mit einer kaum noch zumutbaren Vielzahl an Entscheidungskriterien konfrontiert. Neben wirtschafts- und außenpolitischen Fragen mussten unter anderem Frisur, Hautfarbe, Geschlecht, Anzugsitz, Mitsingfähigkeit bei der Nationalhymne, sportliche Vorlieben wie z.B. der bevorzugte Football-Verein, sowie die glaubhafte Bereitschaft zu militärischer Entschlossenheit in die persönliche Wahlentscheidung einbezogen werden. Dies habe, so heißt es aus wissenschaftlichen Kreisen, in vielen Fällen zu einer erheblichen Überforderung geführt.

Zahlreiche Bürger hätten demnach unvertretbar viel Zeit mit dem Abwägen politischer Feinheiten verbracht, die produktiver beim Barbecue, in Shopping Malls oder beim Ansehen eines Footballspiels hätte eingesetzt werden können. Die wiederkehrende Auseinandersetzung mit der Frage, welche Partei oder welcher Präsident das Land nun tatsächlich besser repräsentiere, habe die Vereinigten Staaten nach Schätzungen mehrere Billionen Dollar pro Wahlzyklus gekostet. Diese Mittel hätten nach Ansicht führender Experten andernfalls für deutlich wichtigere nationale Prioritäten verwendet werden können.

Ein Regierungssprecher erklärte, es sei nicht mehr zeitgemäß und im Grunde auch nicht patriotisch, das eigene Leben mit überflüssigen Diskussionen darüber zu verbringen, wer besser ins Oval Office passe, während das Land gleichzeitig geführt werden müsse. Mehrere Wissenschaftler wiesen ergänzend darauf hin, dass es bei genauerer Betrachtung ohnehin keine wesentliche Rolle spiele, wer regiere. Am Ende würden die Reichen reich bleiben, während die übrige Bevölkerung den Großteil ihrer bisherigen Probleme behalte. Mit diesem Zustand habe sich das Land über Jahrzehnte hinweg weitgehend zufrieden gezeigt, was als Ausdruck einer tief verwurzelten demokratischen Reife gewertet wird.

Ausgenommen von dieser allgemeinen Zustimmung seien lediglich Obdachlose, besonders arme sowie anderweitig benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Diese seien in den Erhebungen allerdings nur eingeschränkt berücksichtigt worden, da sie nach Einschätzung mehrerer Institute ohnehin zu einer überdurchschnittlich kritischen Grundhaltung neigten und damit das Gesamtbild unnötig verzerren könnten.

Ab der nächsten Wahlperiode soll es daher nur noch eine gemeinsame Partei zur Auswahl geben. Derzeit beraten die Parteiführungen über den endgültigen Namen. Im Gespräch sind unter anderem die Rotblauen Republikraten sowie die Blauroten Demoblikaner. Auch über die künftige Farbdominanz wird noch verhandelt. Um den demokratischen Charakter des Reformprozesses zu betonen, könne man sich vorstellen, das amerikanische Volk darüber abstimmen zu lassen, wie die neue Einheitspartei genau heißen und welche Farbe innerhalb des Gesamtauftritts stärker vertreten sein solle.

Eine solche Abstimmung wäre, so mehrere beteiligte Forscher, zutiefst demokratisch und in besonderem Maße amerikanisch. Inhaltlich wolle man sich dabei möglichst eng an der Nationalflagge orientieren. Das Leitmotiv der Reform laute intern bereits: Stars and Stripes forever for everyone.

Besonders bemerkenswert sind die Ergebnisse der begleitenden Meinungsforschung. Nach Umfragen in zahlreichen wohlhabenden und exklusiven Stadtteilen, verteilt über das gesamte Land, zeigte sich eine klare Mehrheit der befragten Amerikaner mit einem demokratischen Einparteiensystem einverstanden. Das Resultat habe selbst die Wissenschaftler überrascht. Ein derart ausgeprägtes Verständnis für Patriotismus, Ordnung und politische Entlastung habe man der Bevölkerung in diesem Umfang nicht zugetraut.

Damit, so heißt es in ersten Reaktionen, könnten die USA erneut unter Beweis stellen, dass sie zu Leistungen fähig sind, die bislang kein anderes Land der Welt in dieser Konsequenz erreicht hat.

„Yes, we can“, hieß es dazu aus informierten Kreisen.

Die Vereinigten Staaten werden nach Angaben aus dem außenpolitischen Umfeld auch weiterhin demokratische Grundwerte, Freiheit und Gerechtigkeit in die Welt tragen. Falls diese amerikanischen Prinzipien andernorts nicht unmittelbar verstanden werden sollten, werde man wie gewohnt auf die nötige Überzeugungskraft setzen.

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